Findlingsgarten

Erdgeschichtliches Schaufenster

Prägten große Steine früher das norddeutsche Landschaftsbild, so verschwinden die geologischen Naturdenkmäler bis heute in zunehmender Zahl. Anfangs zum Bau von Großsteingräbern, später meist im Haus- und Wegebau. Die letzten großen und zugleich felsenkundlich bedeutsamen Findlinge als erdgeschichtliches Schaufenster der Nachwelt zu erhalten - diese Idee hatte Prof. Dr. Klaus-Dieter Meyer vom damaligen Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung. Der „Findlingsforscher“ engagierte sich für die Einrichtung von Findlingsgärten. Am Ende der 1970er Jahre entstand in Hagenburg der erste seiner Art in Niedersachsen. 

Rollende Steine auf Wanderschaft

Rund 2,6 Milliarden Jahre alt und knapp 20 Tonnen schwer ist der mächtige Gneisgranit, der den Auftakt der kleinen Steinausstellung bildet. Insgesamt 23 Findlinge sind hier 1979 zusammen gestellt worden. Nur der jüngste Stein, ein Basalt aus Südschweden, stammt nicht aus dem Umland von Hagenburg. Alle anderen reisten in den Gletschern der letzten Eiszeit (Saale-Eiszeit) aus den Gebieten der heutigen Länder Norwegen, Schweden und Finnland in die heutige Seeprovinz. Insgesamt sind 23 verschiedene Tiefengesteine – Plutonite wie zum Beispiel Granit, Gabbro und Diorit –; Ergussgesteine – Vulkanite wie zum Beispiel Basalt und Porphyr –; Umwandlungsgesteine – Metamorphite wie zum Beispiel Gneis und Amphibolit – und Sedimentgesteine – wie zum Beispiel Sandsteine und Kalksteine – zusammengetragen und beschrieben worden.

Von Transport und Wetter gezeichnet

Beim Transport sind die Blöcke mit Gletscherschliff versehen, „zugerundet und geschrammt“, worden wie die Fachleute sagen. Den Windschliff holten sich die aus dem Boden ragenden Teile im Laufe der Jahrtausende.

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