Hagenburger Kanal

Die Partie am Hagenburger Kanal gehört zu den landschaftlich schönsten Gebieten in der Uferregion des Steinhuder Meeres.

Nicht erst seit Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe im 18. Jahrhundert den Kanal im Zusammenhang mit dem Bau des Wilhelmsteines von seinen Soldaten verbreitern ließ, besteht ein Zusammenhang des Meeres mit dem Ent- und Bewässerungssystem der Gräben rund um das Schloss Hagenburg, der früheren Burg. Und so wird der heutige Hagenburger Kanal auf frühen Karten auch „Burgoder Meergraben“ genannt.

 Auf der – vom Schloss aus gesehen – linken Seite, dem heutigen FFH- und Naturschutzgebiet „Hagenburger Moor“ hatte Graf Wilhelm mit dem „Wilhelmsteiner Feld“ eine befestigte Landschaft anlegen lassen, von der heute so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Der Herrscher wollte mit dem Wilhelmstein und dem Wilhelmsteiner Feld seine Militärtheorie der „Abschreckung“ beweisen, nach der „kein anderer als der Defensivkrieg rechtmäßig“ sei. 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bildete der Anleger im Hagenburger Kanal den Mittelpunkt des sich entwickelnden Steinhuder-Meer-Tourismus. Fürstliche Matrosen brachten mit ihren Booten Besucher auf das Steinhuder Meer und zum Wilhelmstein. Auf der linken Seite entstand zur selben Zeit ein großer  Bootsschuppen, in dem 1906 der Hagenburger Yacht-Club als direkter Vorläufer des heutigen Hannoverschen Yacht-Clubs gegründet worden ist.

Erst mit dem Bau der Steinhuder-Meer-Bahn 1898 löste Steinhude allmählich Hagenburg als touristisches Zentrum am Steinhuder Meer ab. Erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts konnte mit der Verbreiterung und Begradigung des Kanals sowie der Anlage eines Hafens und der Gründung des Yacht-Clubs von Hagenburg wieder Wassersport betrieben werden. Auch der Anleger wird nach Vereinbarung von „Auswanderern“ angefahren.

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