Kleinbahnhof Hagenburg

Kleinbahn verändert den Flecken

Fast sieben Jahrzehnte lang bildete dieser beschauliche Ort so etwas wie den Mittelpunkt des Fleckens Hagenburgs aus verkehrstechnischer Sicht. Hier stand der Kleinbahnhof und es verkehrte vom 20. Juli 1898 von Wunstorf an die Steinhuder-Meer-Bahn in der Seeprovinz. Und als am 18. Januar 1964 der letzte Personenzug und im August 1970 der letzte Güterzug im Bahnhof hielt, hatte die Bahn dazu beigetragen, den Ort zu verändern. Die Kleinbahn ermöglichte das werktägliche Pendeln in Richtung Wunstorf/Hannover, hatte aber auch ermöglicht, dass der Tourismus ans Steinhuder Meer nun nicht mehr über Hagenburg lief; sondern aus Wunstorf direkt an das Wasser nach Steinhude geführt wurde.

Erst Zurückhaltung - dann Jubel

Erste Überlegungen, den Kurort Bad Rehburg per Schiene über Hagenburg (nicht über Steinhude!) mit Hannover zu verbinden, bestanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von Beginn der 1880er Jahre an, kristallisierte sich die später verwirklichte Streckenführung über Steinhude heraus. Über diesen „Umweg“ waren die Hagenburger zunächst so enttäuscht, dass sie nur wenige Anteile der neuen Gesellschaft zeichneten. Trotzdem wurden die ersten Wagen des festlich geschmückten Sonderzuges von Wunstorf nach Bad Rehburg am 20. Juli 1898 auch im Bahnhof Hagenburg mit Jubel begrüßt.

Schwergewicht in Notzeiten

Mit 1,1 Millionen Fahrgästen verzeichnete die Bahn im Jahr 1947 ihr höchstes Fahrgastaufkommen, und erwies sich als Schwergewicht in Notzeiten. Doch es waren keine Ausflügler, sondern Städter, die auf dem Land Wertsachen gegen Lebensmittel tauschen wollten. Von 200 000 Fahrgästen (1900) steigerte sich die Zahl bis 1955 auf 702 000 Fahrgäste. Ein Wert, der 1960 bereits wieder auf 526 000 Menschen zurückgegangen war.

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