Schwelle Geest / Moor

Schwelle vom Moor zur Geest

Kleine Unebenheiten im Gelände - mit dem Auge kaum zu erkennen. Genau bis zu dieser Linie, die auf topographischen Karten mit der 40-Meter-Höhenlinie versehen ist, könnte einst das Steinhuder Meer gereicht haben. Hier vollzieht sich zumindest der landschaftliche Übergang vom Moor zur Geest. Es ist kein Zufall, dass dieser eiszeitliche Geröllsaum relativ parallel zur heutigen Hauptstraße verläuft. Der Saum diente für die Lokatoren, die im 13. Jahrhundert das Hagenhufendorf Altenhagen geplant haben, als Orientierungsline. Bis hierhin reichte der Bereich, in dem gesiedelt werden konnte, ohne, dass die Einwohner befürchten mussten, nasse Füße zu bekommen.

Undurchdringlicher Erlenbruch

Wo sich heute bis zum Ufer des Steinhuder Meers die „Altenhäger Wiesen“ als Kulturlandschaft erstrecken, dehnte sich früher ein undurchdringlicher Erlenbruch. Als Hude- und Weideland nur eingeschränkt bis gar nicht zu nutzen, diente das Gebiet den Einwohnern bei Gefahr als Rückzugsraum. So ist überliefert, dass ein Strohwisch auf dem Tienberg (gehörte früher zu Altenhagen) hing. Wurde dieser eingezogen, drohte Unheil, so dass sich die Einwohner samt ihrem Vieh im Erlenbruch verstecken mussten.

Angrivarierwall??

Auch aus anderer Sicht erweckte dieser Linie schon Interesse: Fans von Römersagen hielten diesen Findlingssaum in seinem weiteren Verlauf in Richtung Winzlar für den künstlich aufgeschütteten Angrivarierwall - so wie ihn der römische Historiker Tacitus beschrieb. Leider aber so ungenau, dass er an den verschiedensten Orten lokalisiert wird. Unter anderem eben auch im Uferbereich des Steinhuder Meeres.

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